Günter Reichelt
DEEN

Transpareo

Transpareo beginnt nicht 2022, sondern 2001.

Die Überzeugung, dass Verbraucher Auskunft über Produkte verlangen werden, führte 2008 zum ersten Portal und 2012 zum ersten interaktiven Qualitätssiegel. Als der Digitale Produktpass auf die europäische Agenda kam, waren die schwierigen Fragen bei Transpareo längst beantwortet: Wie verwaltet man komplexe Produktdaten? Wie stellt man sie verständlich dar? Wie findet ein Mensch am Produkt den Zugang dazu?

Das erklärt den Vorsprung. Wer erst mit der Verordnung beginnt, baut in zwei Jahren, was hier über achtzehn Jahre gewachsen ist.

Der Produkt­pass

Keine Pflicht, sondern ein Vermögenswert

Reichelt betrachtet den Digitalen Produktpass nicht als Compliance-Aufgabe, sondern als Instrument für Organisation, Kundenbeziehung und Unternehmensentwicklung.

Die Daten sind ohnehin zu erheben. Sind sie strukturiert verfügbar, verbessern sie interne Abläufe, machen Qualität nachvollziehbar und begleiten den Kunden über den Kauf hinaus. Aus einer gesetzlichen Auflage wird ein dauerhafter Aktivposten.

Schweizer
Verankerung

Entwickelt in der Schweiz, betrieben in Europa

Entwicklung ausschliesslich in der Schweiz, kein Near- oder Offshore. Kundensysteme in ISO-27001-zertifizierten Rechenzentren in Deutschland. Keine amerikanischen oder asiatischen Cloud-Anbieter.

Dahinter stehen bewusste Entscheidungen für Verlässlichkeit, Datensouveränität und langfristige Handlungsfähigkeit. Die internationale Ausrichtung des Unternehmens baut auf dieser Grundlage auf, sie ersetzt sie nicht.

«Der Digitale Produktpass wird zur Infrastruktur des europäischen Warenverkehrs. Transpareo sorgt dafür, dass die Stelle, an der künftig steht, was in einem Produkt steckt, woher es kommt und was mit ihm geschieht, wenn es ausgedient hat, dass diese Stelle aus der Schweiz kommt.»

Die Organi­sation

Ein Unternehmen ohne Apparat

Transpareo hat keine Angestellten, keinen Support-Apparat, keinen Volumenvertrieb und kein Investorenkapital. Geführt wird das Unternehmen von wenigen sehr erfahrenen Managern, die zugleich im Verwaltungsrat sitzen und am Aktienkapital beteiligt sind.

Wer dieses Konzept zum ersten Mal sieht, hält es leicht für eine Sparübung. Es ist jedoch die Antwort auf die Rahmenbedingungen des Marktes und auf eine vorweggenommene Entwicklung moderner, zukunftsorientierter Unternehmensorganisation.

In einem klassischen Unternehmen arbeiten Angestellte. Sie handeln im Auftrag anderer oder über Besprechungen und verantworten die Folgen ihrer Entscheidungen, wenn diese überhaupt gefällt werden, meist nicht mit eigenen Konsequenzen. Aus dieser Lücke ist über die Jahrzehnte alles entstanden, was Organisationen schwerfällig und teuer macht: Hierarchie, Kontrolle, Berichtswesen, Absicherung. Seit der Arbeit von Jensen und Meckling aus dem Jahr 1976 spricht man von Agenturkosten. Sie sind der grösste Kostenblock, der in keiner Bilanz ausgewiesen wird.

Bei Transpareo ist jeder Verantwortliche dreifach gebunden. Er entscheidet in seinem Bereich, er sitzt im Verwaltungsrat, und er ist direkt oder indirekt am Aktienkapital beteiligt. Auftraggeber, Aufsicht, Eigentümer und Ausführender sind damit dieselbe Person. Alle Beteiligten bringen in Jahrzehnten gewachsene Erfahrung und grosses Wissen mit.

Praktisch wirkt sich das vor allem auf die Geschwindigkeit aus. Wo niemand eine Freigabe einholen muss, gibt es keinen Freigabeprozess. Der Anteil der Besprechungszeit an der Arbeitszeit sinkt auf ein kaum wahrnehmbares Minimum, bei gleichzeitig steigender Entscheidungsqualität.

Die Menschen

Ohne sie gäbe es Transpareo nicht

Neunzehn Jahre, von der ersten Idee eines Transparenzportals bis zum Digitalen Produktpass. So etwas baut niemand allein, und Reichelt sagt das ohne Umschweife: Ohne André Pankratz und Andrea Lehr wären weder Cosmetic Analysis noch Transpareo entstanden.

André Pankratz

Verwaltungsrat, Technologie

André Pankratz schreibt seit dreissig Jahren Software für das Web. Er hat Cosmetic Analysis gebaut und daraus Transpareo entwickelt, von den signierten Produktpässen bis zur quelloffenen Transpareo Time Machine. Im September 2026 hat er die KI-Integration von Transpareo veröffentlicht. Er verantwortet Architektur, Entwicklung und Betrieb und arbeitet in der Normung des Digitalen Produktpasses mit, beim UN Transparency Protocol und bei CIRPASS-2.

«Ich habe André vor neunzehn Jahren kennengelernt und gespürt, dass er der Richtige für mein Vorhaben ist. Er hat sich als Glücksfall erwiesen: ein Denker von seltener logischer Schärfe, der jeden Gedanken zielgenau in Handlung umsetzt. Wir ergänzen uns vollkommen.»

Andrea Lehr

Verwaltungsrätin, Inhalte und Kosmetik

Andrea Lehr führt Cosmetic Analysis seit dem Start 2008 als Verwaltungsrätin und weiss aus dem täglichen Betrieb, was Hersteller brauchen, damit eine Transparenzplattform über Jahre zuverlässig läuft. Bei Transpareo verantwortet sie den Kundenbetrieb und die Zusammenarbeit mit Herstellern.

«Andrea arbeitet lieber im Hintergrund als auf der Bühne. Ihre Stärke ist stilles Können, verbunden mit grossem Einfühlungsvermögen.»

Auf Dauer
angelegt

Warum die Stiftung die Mehrheit hält

Transpareo hat nie externes Kapital aufgenommen und wird das auch nicht tun. Auch die internationale Skalierung finanzieren die Gründer aus eigenem Vermögen.

Die Übertragung von 51 Prozent des Aktienkapitals an die gemeinnützige Transpareo Foundation sichert das Unternehmen nach oben ab. Die Stiftung wird diese Mehrheit ihrem Zweck nach nicht veräussern können. Das Unternehmen lässt sich damit weder von innen gegen seine Substanz noch von aussen gegen seinen Zweck verändern.

Das ist keine Ideologie, sondern eine regulatorische Notwendigkeit: Die EU verpflichtet Anbieter Digitaler Produktpässe, diese je nach Branche bis zu zehn Jahre nach Verkaufsende bereitzuhalten, auch dann, wenn der ursprüngliche Hersteller nicht mehr besteht. Eine Verpflichtung, die über Jahrzehnte trägt, verlangt einen Eigentümer, der über Jahrzehnte sichert.

Zum Unternehmen: transpareo.com

«Mit wenigen verantwortlichen Köpfen zu führen, war immer das bessere Prinzip. Es scheiterte an der Kapazität. Diese Grenze ist gefallen. Geblieben ist die alte kaufmännische Tugend, Verantwortung zu tragen, statt sie zu verteilen.»